Kann das über die e-Zigarette verabreichte Nikotin Krebs in sog. „präkanzerösen“ Zellen (Zellen im Krebsvorstadium) auslösen?
Das ist nicht wahrscheinlich und nicht in den nächsten 10 Jahren.
Nikotin ist kein bekanntes Karzinogen
Nikotin – wie auch immer aufgenommen – wird vom Staat Kalifornien nicht als Ursache für Krebs bei Menschen oder Tieren angesehen. Hunderte anderer Chemikalien jedoch sind als Karzinogene anerkannt, dutzende davon im Rauch der Tabakzigarette enthalten. Auch das Passivrauchen ist als krebsauslösend bekannt.
Langzeitstudie über 10 Jahre
In einer amerikanischen Langzeitstudie wurden tausende von Ex-Rauchern begleitet – zunächst für 5 und dann für weitere 7,5 Jahre. Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, erhöhte sich bei jenen, die weiterrauchten. Diejenigen, die Nikotin auf alternativem Weg konsumierten, hatten das gleiche Krebsrisiko wie die Teilnehmer der Studie, die vollkommen mit dem Rauchen und dem Nikotinkonsum aufgehört hatten. Wären die Zellen der Teilnehmer präkanzerös und Nikotin krebsauslösend, so wäre zu erwarten gewesen, dass sich bei einem Teil der Teilnehmer über den Zeitraum von 10 Jahren Krebs gebildet hätte.
Nikotinkonsum ist seit 25 Jahren weitverbreitet
Seit 1984 wird Millionen von Rauchern, die Nichtraucher werden wollen, Nikotin verabreicht – ohne dass bei ihnen eine Zunahme der Lungenkrebserkrankungen gemeldet würde. Mehr als 40.000 Teilnehmer wurden über 6 Monate begleitet, manche für 20 Jahre. Etwa 8% nahmen Nikotinkaugummis dauerhaft, aber auch bei den Langzeitbenutzern von Nikotinkaugummi oder Nikotinpflaster wurde keine Zunahme der Krebserkrankungen verzeichnet.
Präkanzeröse Zellen sind bei Rauchern weit verbreitet. Jeder betroffene Raucher sollte diszipliniert Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Allerdings sehen wir keinen Grund zu glauben, dass e-Zigaretten das Risiko für diese Zellen erhöhen, sich in Krebszellen zu verwandeln.
Die Verwendung von e-Zigaretten reduziert das Krebsrisiko, da sie das Rauchen von Tabak-Zigaretten verdrängen und ersetzen
Die ausschließliche Verwendung von e-Zigaretten anstelle von Tabak-Zigaretten muss ganz zwangsläufig das Lungenkrebsrisiko senken, da im Zigarettenrauch enthaltene Kanzerogene nicht länger inhaliert werden.
Es ist zu erwarten, dass ein vollständiges Umsteigen auf den Nikotinkonsum mittels e-Zigaretten, das Lungenkrebsrisiko genau so senkt wie eine vollständige Raucherentwöhnung ohne Verwendung der e-Zigarette.
Vollständiger Rauchstopp oder vollständiger Wechsel
Allerdings ist entweder ein vollständiger Rauchstopp oder ein vollständiger Wechsel zur e-Zigarette erforderlich. Selbst eine einzige Tabak-Zigarette am Tag erhöht das Risiko eines vorzeitigen Todes um etwa die Hälfte.
Wenn Nikotin in speziell gezüchteten und dafür anfälligen Mäusen Krebs hervorrufen kann, wie können dann e-Zigaretten das Krebsrisiko bei Menschen senken?
Raucher
Raucher rauchen wegen des Nikotins. Das Gesundheitsrisiko liegt im Rauch der Tabak-Zigarette und nicht im Nikotin selbst. In Neuseeland wird vermutlich über 98% des Nikotins durch Zigarettenrauch aufgenommen.
Öffentliche Gesundheit
Wir erwarten, dass Nikotinprodukte einschließlich der e-Zigarette unter Berücksichtigung der bekannten Wirkung ihrer chemischen Bestandteile weit mehr Krebs vorbeugen als sie selbst wahrscheinlich je hervorrufen können.
Gesundheitsrisiko für den Anwender
Das Risiko eines Rückfalls im ersten rauchfreien Jahr ist deutlich hoch.
Menschenrechte
Wer über das 35. Lebensjahr weiterraucht, läuft ein 50% Risiko, vorzeitig zu sterben. Jeder sollte zum Selbstschutz berechtigt sein
- e-Zigaretten zum Eigenbedarf zu erwerben ohne dabei zwangsläufig auf Nikotin verzichten zu müssen
- e-Zigaretten so lange zu verwenden, wie es notwendig erscheint, um das Risiko eines Rückfalles zu vermeiden. Die Entscheidung hierfür sollte beim Raucher liegen, da die meiste Ärzte niemals geraucht haben.
Die Nikotinmenge, die in einem Zug aus der e-Zigarette enthalten ist, beträgt etwa nur ein Zehntel der Menge, die im Rauch der Tabak-Zigarette enthalten ist. Das Risiko für Mäuse durch Nikotin an Krebs zu erkranken, ist von großem theoretischen Interesse für Forscher; eine Wirkung auf den Menschen ist aber nicht bewiesen.
Das Krebsrisiko wurde an Millionen von Amerikanern studiert. Folgeuntersuchungen haben gezeigt, dass das Lungenkrebsrisiko für Raucher etwa 10-20 mal höher liegt als das eines echten, lebenslangen Nichtrauchers.
e-Zigaretten senken das Krebsrisiko
e-Zigaretten senken das Krebsrisiko, da sie dem „Raucher“ ermöglichen, Nikotin auf alternative, weniger schädliche Weise zu konsumieren. Da bei der Verwendung einer e-Zigarette kein Tabakrauch anfällt, werden auch nicht die im Tabakrauch enthaltenen – teilweise bekannt krebserregend - Schadstoffe inhaliert. Insofern sinkt das Krebsrisiko.
Krebsrisiko in prädisponierten Mäusen
Die Ursache für das erhöhte Krebsrisiko bei Rauchern sind die zahllosen Schadstoffe in jedem einzelnen Zug an einer Tabakzigarette.
Allerdings wurde im Reagenzglas und Mäusen gezeigt, dass Nikotin die Blutzufuhr zu manchen Krebstumoren und deren Bösartigkeit erhöhen kann. Bisher zeigt sich das bei Brust- und Lungenkrebs bei Mäusen.
Zusammenfassung
Zusammengefasst legt Dr. Murray Laugesen folgende Argumentation vor:
- Das Gesundheitsrisiko für Raucher besteht nicht im Nikotin.
- Es besteht in den abertausenden von Schadstoffen, die im Zigarettenrauch enthalten sind.
- Bei einem 100% Umstieg auf die e-Zigarette wird das Nikotin ausschließlich über die e-Zigarette aufgenommen.
- Hierbei ensteht kein Rauch - die e-Zigarette verbrennt keinen Tabak
- Da der Dampfer diesen Rauch nicht einatmet, kann er daran auch keinen Schaden nehmen.
- Genau in diesem Umfang sinkt das Risiko für Krebserkrankungen.
Das erscheint dem gesunden Menschenverstand sinnfällig. So wie auf offener See das Risiko gering ist, durch Steinschlag umzukommen. Das liegt natürlich nicht an der See, sondern an der Abwesenheit von Steinen, Hügeln und Bergen auf offener See.
Achtung: dieser Artikel berücksichtigt in keiner Weise die immer noch offene Frage, ob e-Zigaretten selbst, durch ihren Gebrauch, die verwendeten Materialien oder Inhaltsstoffe in irgendeiner Weise negative Folgen für die menschliche Gesundheit mit sich bringen.
Auch behauptet Dr. Laugesen nicht, dass das Krebsrisiko aktiv durch die Verwendung gesenkt werde, sondern dass es umständehalber sinkt - durch die Vermeidung eines ansonsten bestehenden Risikos.
Das von Dr. Laugesen angenommene Sinken des Krebsrisikos ist also nicht Folge eines Tuns ("Verwendung der e-Zigarette") sondern einer Unterlassens ("Nichteinatmen des Tabakrauches").

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