Wie groß ist der Markt für e-Zigaretten?

Das Marktpotential für e-Zigaretten

e-zigarette-test-marktpotentialDie e-Zigarette richtet sich an den Raucher, der entweder nicht in der Lage oder schlichtweg nicht willens ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Design, Benutzung und Wirkung dieser elektronischen Geräte vermitteln dem Raucher die Illusion, er rauche in der Tat weiter – eben nur auf andere Art und Weise.

Design, Benutzung und Wirkung der e-Zigarette

Die Geräte sehen – jedenfalls viele – wie ihre „analogen" Gegenstücke in der Welt der wirklichen Tabakzigaretten aus, sind gar mit einer Leuchtdiode bestückt, um das Glühen der Zigarette nachzuahmen, und so nicht ohne genaueres Hinsehen als elektrische Zigarette zu erkennen.

Die Benutzung entspricht der einer Tabakzigarette: der „Dampfer" oder eRaucher zieht an dem Gerät, dabei wird über einen Sensor die akkubetriebene Heizspirale angeworfen, die nun wieder die „Juice" vaporisiert und dem nikotinhungrigen Raucher die gewünschte Droge verabreicht, allerdings nicht im hochbelasteten Rauch der herkömmlichen Zigarette, sondern in einem fein verstäubten Aerosol.

Die Wirkung liegt hier nun nahe an der Tabakzigarette, denn das Nikotin wird über die Atemwege verstoffwechselt, und erfahrene eRaucher sind mit dem erzielten „Kick" durchaus zufrieden; das Nikotin wird schnell abgegeben und so mangelt es weder an „Stoff" noch an Gewohnheit: die Hand-Mund-Koordination, das haptische Suchtverhalten – die Beschäftigung der Hände – bleibt nach wie vor erhalten.
Alternative zum traditionellen Rauchen

So wird klar, dieses Produkt ist eine Alternative zum traditionellen Rauchen, und Hersteller wie Verbraucher dieser Produkte reklamieren für sich, eine „gesündere" Möglichkeit des Nikotinkonsums im Vergleich zur Tabakzigarette gefunden zu haben. Die e-Zigarette wird nicht als Mittel zur Raucherentwöhnung beworben oder verkauft – sie soll diese ersetzen. Für den „eingefleischten" Raucher mag sie sehr wohl die Rettung sein.

140.000 Todesfälle pro Jahr

Der Tabakatlas 2009 (Welt-Tabak-Atlas) führt "von den etwa 830.000 Todesfällen im Jahr 2007 [...] fast 110.000 auf das Rauchen [zurück]. Manche Schätzungen gehen von bis zu 140.000 Todesfällen pro Jahr aus." 3.300 Passivraucher segnen verfrüht das Zeitliche, 60 Säuglinge sterben, weil Frau Mama während der Schwangerschaft weiterraucht, und überhaupt ist das Zusammenleben mit einem „Stinker" lebensgefährlich.
Rauchen ist ein fettes Geschäft.
Deutsche RaucherInnen geben alljährlich 19,4 Milliarden Euro für Zigaretten aus, und wir wollen nun hier nicht verschweigen, dass davon 83,1% an den deutschen Fiskus gehen (Tabaksteuer in Deutschland) Hinzu kommen geschätzte 21 Milliarden an tabakbedingten Gesundheitskosten, hiervon etwa 40% für die Behandlung von Krebserkrankungen, weniger als ein Drittel für Herz-Kreislauferkrankungen und ein gutes Viertel für Atemwegserkrankungen.

20 Millionen Deutsche rauchen

Jeder zweite dieser Raucher wird auf die eine oder andere Art früher sterben als sein nichtrauchender Mitmensch – im Schnitt 14 Jahre früher. 5% schaffen es, langfristig mit dem Rauchen aufzuhören, Nikotinersatztherapien wie Pflaster, Sprays u.ä. helfen hier nur Wenigen, und so stehen 19 Millionen Menschen in Deutschland vor dem Dilemma, einer Sucht frönen zu müssen, die sie langsam das Leben kostet. Moralinsaure Appelle, den ganzen Weg zu gehen und aufzuhören, ganz und gar aufzuhören mit der schrecklichen Qualmerei – auch wenn das sicherlich noch besser wäre - gehen ins Leere und müssen scheitern: die Wirklichkeit und die durchwachsene Gemengelage an unterschiedlichen, sich widersprechenden Interessen sowie das sog. „eigenverantwortliche" Verhalten des bewussten Verbrauchers stehen hier entgegen. In der real existierenden Wirklichkeit ist dies für die meisten Menschen unmöglich, manche wollen es nicht.

Das gilt es anzuerkennen.

David Sweanor, international anerkannter Fachmann und Träger zahlreicher Preise setzt sich für alternative Strategien im Umgang mit Nikotin und Tabak ein. Nicht die 100% absolute Abstinenz ist für ihn die einzige Lösung – sie ist unrealistisch. Aus seiner langjährigen Erfahrung empfiehlt er eine abgestufte Vorgehensweise:

Jeder Versuch, Tod, Schaden oder Krankheit zu reduzieren, zieht eine Kombination von vier allgemeinen Strategien nach sich:

  1. Maßnahmen, um Leute davon abzuhalten, überhaupt ein riskantes Verhalten anzunehmen
  2. Maßnahmen, um diejenigen, die dieses Verhalten schon angenommen haben, dazu zu bewegen, wieder damit aufzuhören
  3. Bemühungen, Dritte vor Schäden durch dieses Verhalten zu bewahren
  4. Bemühungen, das Risiko für diejenigen zu mindern, die in diesem Verhalten fortfahren wollen

(siehe Interview mit David Sweanor)

In den USA ist der Umsatz für e-Zigaretten innerhalb von wenigen Jahren auf 100 Millionen US-Dollar angewachsen, hundertausende von e-Zigaretten wurden verkauft und die Zahl der eRaucher – dort nennen sie sich „Vaper" also Dampfer – wird auf mehr als 500.000 geschätzt – manche sprechen von drei Millionen.

Wenn in unserem Einig Vaterland nur jeder hundertste Konsument herkömmlicher Zigaretten auf die elektronische Zigarette umsteigt, dann sind das 200.000 potentielle eRaucher. Selbst bei angenommenen niedrigen Preisen – im Teuroland Deutschland liegt das Starterset bei 80 Euro – klingeln dann rein kalkulatorisch 16 Million Euro in der Ladenkasse. Derzeitig werden etwa 12.000 e-Zigaretten pro Jahr verkauft.

Glauben wir David Sweanor, dann wird die elektronische Zigarette „den Tod von hunderten Millionen Menschen vermeiden helfen, die Eigentümer erfolgreicher Produktlinien werden eine unsagbare Menge an Geld verdienen und eine Unzahl von Arbeitsplätzen werden entstehen, so wie sich dieser Markt transformiert. Selten gab es eine Chance, Milliardär zu werden und gleichzeitig Millionen von Leben zu retten. Ich glaube, manche werden sie ergreifen."