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Mythos e-Zigarette

Legenden, Geschichten und fromme Wünsche rund um die dampfende Ersatzzigarette

Seit sie vor einigen Jahren das Licht der Welt erblickt hat, ist die e-Zigarette für viele Raucher eine starke Alternative zur Tabakzigarette. Als „Dampfgerät" kommt sie ohne die vielen Tausend Zusatzstoffe aus, die wir im Rauch der Zigarette finden – an die sechzig davon nachweislich krebserregend. Das eingeatmete Aerosol besteht aus Wasserdampf, Propandiol und Nikotin. Der Wasserdampf ist uns vom Kaffeekochen und Inhalationen bei der Behandlung einer Erkältung bekannt, Propandiol wird in Nebelmaschinen im Theater und Diskos seit Jahrzehnten eingesetzt, und nur das Nikotin steht weiterhin im üblen Ruf: es ist ein tödliches Nervengift, das außerdem noch extrem schnell und stark süchtig macht. Es geht das bisher unbestätigte Gerücht um, das ein vierzehnjähriger Mensch, der vier Zigaretten „auf Lunge" raucht, im Schnitt dreißig (30) Jahre an der Fluppe hängt.

In der verständlichen Begeisterung um und über die elektronische Zigarette als „gesündere Alternative" hat sich dann auch rasch das ein oder andere Gerücht gebildet; denen wollen wir hier mal ein bisschen nachspüren, denn immerhin gibt es manchen Händler, der damit wirbt.

Rauchverbot Hier werden Sie erzählt (frei nach Veronika Feldbusch), dass „Sie überall rauchen können“, z.B. in Restaurants, Gaststätten, Flugzeugen, eben überall, wo ein Rauchverbot herrscht.
das Argument:
das Rauchverbot bezieht sich auf „das Verbrennen von Tabak“
Bei der e-Zigarette wird nichts verbrannt, ergo: Sie können mit der e-Zigarette das Rauchverbot umgehen. Das ist richtig und wiederum nicht.  Natürlich bezieht sich das Rauchverbot nur auf das Verbrennen von Tabak. Tatsache ist aber, dass viele nunmehr die elektrische Zigarette ausdrücklich mit in die geltenden Verbote aufnehmen, z.B. Fluglinien, öffentliche Gebäude etc. Hier zählt ganz einfach das „Hausrecht“. Und wenn der „Hausherr“ Ihnen die Benutzung der e-Zigarette verbietet, dann heißt es  „Trollen“ oder „Fügen“.
ein anderes Argument:
die elektronische Zigarette stinkt nicht
Ob sie stinkt, ist sicherlich Geschmackssache, aber manche Modelle (z.B. die größeren) sind durchaus zu „riechen“.  Also kann sich ein Mensch natürlich durch das Dampfen gestört fühlen. Ob diese Form des „Passiv-Dampfens“ gesundheitliche Auswirkungen auf den „Passivdampfer“ hat, ist unklar, aber bei nüchterner Anwendung des gesunden Menschenverstandes scheint das eher unwahrscheinlich. Bedauerlicherweise fehlen hier wissenschaftliche Untersuchungen, und so bleiben Höflichkeit und Rücksichtnahme: verzichten Sie doch auf das „Dampfen“, wenn ein Mitmensch Sie mit einem Tabakstinker verwechselt, OK? Je freundlicher und entgegenkommender Sie Ihre Umwelt an die e-Zigarette heranführen, desto entspannter wird mittel- oder langfristig die Reaktion auf das Dampfgerät sein.
Fazit in der Theorie greift das Rauchverbot nicht, in der Praxis ist die Benutzung der e-Zigarette häufig durch Hausrecht ebenso eingeschränkt wie das Tabakrauchen selbst.
die e-Zigarette schmeckt wie eine Tabakzigarette Hier werden Sie nun erzählt, es bestehe kein Unterschied im Geschmack einer „elektrischen“ und der „normalen“ Zigarette. Das ist natürlich Ansichts- bzw. Geschmackssache. Viele eRaucher werden Ihnen aber bestätigen, dass „das schon was Anderes ist“. Genauso werden Ihnen diese eRaucher bestätigen, dass dieses „Andere“ durchaus lecker ist, und verweisen dann auf Geschmacksrichtungen, die der Tabakzigarette fehlen, bei „Dampfern“ aber tatsächlich beliebt sind: Vanille, Schokolade, Kaffee.
Fazit die eZigarette schmeckt eher nicht wie eine Tabakzigarette, aber durchaus lecker!
Sie sparen Geld

Tja, das ist richtig. Wenn Sie Ihren Tabakbedarf durch den Kauf von Standardzigaretten in Packungen à € 4,50 decken und beim Kauf von Nikotindepots für elektrische Zigaretten nur das Billigstenehmen, was dann mitunter aber durchaus nicht immer mit geringerer Qualität einher kommt. Falls Sie aber sowieso schon Zigaretten selbst drehen und qualitativ hochwertige, in Deutschland gefertigte Depots für die e-Zigarette kaufen, dann kann es eben sein, dass Sie einfach kein Geld sparen, denn umsonst ist das Dampfen einer elektronischen Zigarette eben auch nicht. Hier bleibt Ihnen die Zuversicht, dass Sie durch das Umsteigen auf die „Elektrische“ einen großen Schritt in die richtige Richtung für Ihre Gesundheit gemacht haben.

Bitte vergessen Sie auch nicht: die elektronische Zigarette hat einen steilen Anschaffungspreis, und wenn Sie zu den „Standardrauchern“ (20 Zigaretten am Tag) gehören, dann müssen Sie vermutlich mehr als ein „Dampfgerät“ erwerben – mit in die Kalkulation gehören Verschleißteile wie Akkus, Atomizer, Ladegeräte, usw.

Fazit wenn Sie Ihren Nikotinbedarf durch Markenzigaretten in Packungen stillen, dann sparen Sie sicherlich `ne Menge Geld. Wenn Sie allerdings zu den „Selbstdrehern“ gehören, dann sollten Sie noch einmal nachrechnen. Und vergessen Sie den Anschaffungspreis nicht!
Zertifikate
(CE, RoHs)
schützen Ihre Gesundheit

Mit Verlaub gesagt: das dehnt die Wahrheit nun weit.  Wenn diese Behauptung nicht falsch ist, so ist sie dennoch extrem irreführend. Die i.a.R. aufgeführten Zertifikate (CE, RoHs) beziehen sich ganz allein auf die technische Beschaffenheit des Gerätes.

Die elektrische Zigarette benötigt zum Betrieb elektrischen Strom. Dieser Strom fließt in einem Gerät, dessen erklärtes Ziel es ist, ein Wasserdampfgemisch zu erstellen. Es erscheint also als überaus wünschenswert, dass der elektrische Strom nur in der e-Zigarette zum Betrieb genutzt wird – und nicht in Ihren Mund gelangt und dort in den Zahnplomben zum Empfang weit entfernter Radiosender dient. Auch darf das Produkt bestimmte Substanzen wie z.B. Blei, Quecksilber, Cadmium u.a. gar nicht oder nur in ganz geringen Mengen enthalten.

Diese Zertifikate bestätigen Ihnen, dass das Gerät bei der Benutzung nicht explodiert oder abfackelt, Ihnen keinen Stromschlag versetzt oder eine schleichende Bleivergiftung verpasst.  Sie bestätigen nicht (N-I-C-H-T), dass die Verwendung der e-Zigarette mit Ihren Depots gesundheitlich unbedenklich ist. Sie bestätigen nicht einmal, dass es gesünder ist, die e-Zigarette zu benutzen.

CE-Kennzeichnung:
http://de.wikipedia.org/wiki/CE-Kennzeichnung

RoHs:
http://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_2002/95/EG_%28RoHS%29

Fazit die Zertifikate (CE, RoHs) beziehen sich auf die technische Beschaffenheit des Gerätes und seine Betriebssicherheit, sie sagen aber nicht, dass das Inhalieren des Dampfgemisches einer e-Zigarette gesundheitlich unbedenklich ist oder der Gebrauch der e-Zigarette „Sie und Ihre Umwelt“ gesundheitlich schützt.
die e-Zigarette hilft mit dem Rauchen aufzuhören

Tja, möglich, dass ja, möglich dass nein. Sinn und Zweck der e-Zigarette ist es, Ihnen eine Alternative zum Rauchen zu bieten. Das Dampfen nämlich. Sie ist weder ein Heil- noch ein Wundermittel, nur eine ziemlich clevere Alternative zur sicherlich lebensgefährlichen Tabakzigarette. Wenn Sie nun aber auch partout nicht auf Nikotin und „Rauchgenuss“ verzichten wollen – ja dann dampfen Sie doch!

Aber wenn Sie wirklich aufhören wollen, dann kann die e-Zigarette nur ein Schritt in die richtige Richtung sein, und das, was Sie scheinbar unterstützt, ist auch ein möglicher Fallstrick. Die Anwendung der e-Zigarette ist dem Rauchen so ähnlich, dass die Gewohnheit - die Hand-Mund-Bewegung, sowie das Inhalieren von Nikotin - erhalten bleibt. Dass bedeutet klar, dass Ihre Abhängigkeit vom Nikotin ebenso bleibt – allerdings verzichten Sie hier auf all die vielen tausend Nebenstoffe. Eigentlich machen Sie es Ihrem Körper nur leichter, mit dem gewünschten Nikotin klar zu kommen. Und das ist eine feine Sache!

Wenn Sie aber wirklich von Ihrer Nikotinsucht loskommen wollen, dann müssen Sie auf das Nikotin verzichten. Das funktioniert auch mit der e-Zigarette, denn es gibt Depots ohne Nikotin. Dann dampfen Sie nur noch „Banane“ oder „Vanilljen“ (wie der Berliner sagt), und schuppern immer so an der Hand-Mund-Bewegung entlang, einer alten, liebgewonnenen Gewohnheit, die leicht wieder zur Zigarette führen kann. Manche fühlen sich in diesen Grenzbereichen wohl, andere scheitern hier.

Fazit die e-Zigarette soll Ihnen nicht helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Sie ist dazu da, Ihnen den Nikotinkonsum  zu ermöglichen - ohne all die vielen schädlichen und auch krebserregenden Stoffe im Tabakrauch.

Die e-Zigarette ist eine so fabelhafte Sache, dass sie diese „Dehnungen“ der Wahrheit nicht braucht: sie schaden der Sache nur, weil sie Erwartungen wecken, die die e-Zigarette nicht erfüllen kann.  Es ist durchaus nicht sicher, dass Sie mit der e-Zigarette das Rauchverbot umgehen können, manche Mitmenschen fühlen sich auch von „Dampfern“ gestört, viel Geld sparen Sie nur dann, wenn Sie sowieso schon viel Geld für Tabakwaren ausgeben, die Zertifikate bestätigen nur einen sicheren technischen Betrieb, nicht das die e-Zigarette „gesund“ ist, und ob und wann Sie mit dem Rauchen aufhören, das ist nun wirklich alleine von Ihnen und Ihrem Willen abhängig.

Betrachten Sie die Angelegenheit genau, dann gibt es eigentlich nur drei gute Gründe zum Wechseln auf die e-Zigarette: Ihre Gesundheit, Ihre Gesundheit und Ihre Gesundheit. Alles Andere  ist schnödes Beiwerk.  Wenn Sie weiterhin Nikotin in einem liebgewonnenen Ritual zu sich nehmen möchten, dann tun Sie das doch ganz ohne auch krebserregende Zusatzstoffe und Kohlenmonoxid. Gönnen Sie sich doch ein Erfolgserlebnis, wie es ein ehemaliger, jahrzehntelanger Raucher und nun „Dampfer“ (eRaucher) berichtet: nachdem er schon einige Monate vollständig auf die elektrische Zigarette umgestiegen war, ging er wegen einer Routineuntersuchung zum Arzt. Der betrachtete versonnen sein Röntgenbild und fragte: „Sagen Sie, haben Sie vielleicht mal geraucht?“