Nichtrauchen

Nichtrauchen

Nichtrauchen – das ist der Urzustand. Wir müssen nicht erst Nichtraucher werden, wir kommen als Nichtraucher in diese Welt und verbringen – einsichtige Eltern vorausgesetzt – die ersten Jahre unseres jungen Lebens in rauchfreier Umgebung. In dieser Zeit beschäftigt uns nicht die Frage: „Wie werde ich Nichtraucher?“, sondern krieg ich was zu essen, wenn ich laut genug schreie? Nichtrauchen ist auch keine Kunst. Die Kleinsten von uns können dies von Anbeginn an – ohne Ausbildung, ohne Training. Deswegen ist Nichtrauchen auch tatsächlich einfach.

Später ereilt uns dann ein „paradiesisches“ Schicksal: der Teufel in Form einer Fluppe qualmt uns was vor, bei den meisten langjährigen Rauchern in früher Jugend, und wir glauben als Raucher mehr zu gelten, erwachsen zu sein, aus eigener Entscheidung unsere eigene Lunge und Gesundheit zu zerstören – zu kraftvoll noch ist in diesem Lebensalter der menschliche Körper. Spätfolgen sind zwar mittlerweile bekannt, doch noch in ferner Zukunft, und so verlassen wir scheinbar freiwillig das Nichtraucherparadies.

Von nun an stellt sich die Frage nach der Erreichung des Urzustandes: Nichtraucher werden, aber wie?

Die Vorteile des Nichtrauchens liegen klar auf der Hand

  • Gesundheit
  • Kosten
  • Suchtfrei
  • Soziale Akzeptanz

Die einzig „positive“ Seite, die ein Raucher vorbringen kann, ist die hohle Phrase „Ich rauche gern!“. Doch dies zeugt nur von einem Verlust der Erinnerung an die Hustenanfälle, die die ersten Zigaretten verursachten, und einer Unkenntnis der bei Nikotin und Tabakprodukten einsetzenden Suchtmechanismen. Einem Alkoholiker, der täglich zwei Flaschen Schnaps „gerne“ trinkt, würde der Raucher schließlich auch nur milde zulächeln, nicht wahr.

Nichtraucher werden

In Abwandlung lässt sich sagen: Nichtraucher sein, das ist nicht schwer, Nichtraucher (wieder) werden, dagegen sehr. Oder andersrum: Nichtrauchen ist zwar einfach, aber nicht leicht. Da hat schon die Tabakindustrie für gesorgt, indem sie seit Jahrzehnten Dinge in die Zigaretten hineintut, deren einziger Zweck es ist, den Raucher noch abhängiger von der Zigarette zu machen, als es das Nikotin eh schon tut. Diese vielen tausend Zusatzstoffe haben nur die Aufgabe, den Widerstand der Lunge lahmzulegen und die Suchtwirkung des Nikotins zu verstärken.

Nichtrauchen als unbeugsame Absicht

Wenn Sie schon an der Fluppe hängen, dann bedarf die Raucherentwöhnung vor allem eines unbeugsamen Entschlusses. Carlos Castaneda hat das „die unbeugsame Absicht“ genannt. Das bedeutet nun nicht, dass Sie schon beim ersten Rauch-Stopp-Versuch erfolgreich sein müssen oder nur jene erfolgreich wären, die es beim ersten Mal schaffen. Mitnichten. Die unbeugsame Absicht besteht darin, es auch zum 50gsten Male erneut zu versuchen, wenn die 49 Male vorher erfolglos geblieben sind. Ich selbst habe in 10 Jahren mindestens 20 Versuche gemacht, mit dem Rauchen aufzuhören und ich habe es nur geschafft, weil ich mir nicht vorstellen konnte, als Raucher zu sterben. Ich will es mal so sagen: ich habe mit dem Rauchen aufgehört, weil mir das Leben als Raucher widerlich und ätzend erschien.

Ohne diesen festen Vorsatz spielt es überhaupt keine Rolle, wie Sie mit dem Rauchen aufhören. Sie werden es nicht schaffen. Manche feilschen auch noch mit dem Schicksal und ihrer persönlichen, individuellen Freiheit und warten „auf den richtigen Zeitpunkt“. Das ist Unsinn. Der richtige Zeitpunkt ist jetzt.

Wenn Sie also diesen Entschluss gefasst haben, dann ist es ziemlich egal, wie Sie aufhören. Manche nehmen Hilfsmittel (NRT – Nicotine Replacement Therapie – Nikotinersatztherapie) wie Nikotinsprays, Nikotinkaugummis oder Nikotinpflaster, andere schaffen die Raucherentwöhnung durch Hypnose oder werden durch Akkupunktur Nichtraucher. Hin und wieder gibt es Meldungen oder auch Gerüchte, dass die Raucherentwöhnung durch ein neues Medikament gelingt. Dem Technikgläubigen will die Raucherentwöhnung mittels Laser helfen, ja und der letzte Schrei ist nun ein Gerät. Die e-Zigarette.

Raucherentwöhnung mit der e-Zigarette

Die e-Zigarette ist ein technisches Gerät, das Ihnen Nikotin nicht im Verbrennungsprodukt Tabakrauch anbietet, sondern als Dampfgemisch. Wenn Sie also auf die e-Zigarette umsteigen, dann haben Sie zwar womöglich aufgehört, sich diese brennenden tödlichen Sargnägel reinzuziehen, aber Sie hängen immer noch am Nikotin. D.h. ganz klar: Sie sind immer noch süchtig. So verführerisch der Gedanke ist, mit der e-Zigarette das Rauchen aufzuhören, so irrig und gefährlich ist es zu glauben, Sie sind jetzt Nichtraucher. Durch die Art der Verwendung einer e-Zigarette bleibt Ihnen tatsächlich die Gewohnheit ( Sie führen etwas zum Mund und saugen daran, es kratzt im Rachen und „knallt in der Birne“, und anschließend kommt da was „Qualmendes“ wieder raus), aber es bleibt auch das Nikotin. Also: Sie sind immer noch süchtig. Allerdings ist die Verwendung einer elektronischen Zigarette nach allem Ermessen um ganze Größenordnungen weniger schädlich als das Tabakrauchen.

Tatsächlich gibt es auch immer wieder Berichte, die davon zeugen, wie vereinzelt Raucher zunächst zu „Dampfern“ wurden (Benutzer von e-Zigaretten nennen sich „Dampfer“). Die überstehen dann zunächst die Umstellung von Tabakrauch auf Nikotindampf und wählen anschließend „Juices“ (damit wird die e-Zigarette „betankt“ und dort ist auch das Nikotin enthalten) mit immer geringerer Nikotinkonzentration, bis sie schließlich bei „Juices“ mit 0mg Nikotin angekommen sind und dann tatsächlich nichts von diesem tödlichen Nervengift mehr aufnehmen. Das gleicht dem Versuch, zum Nichtraucher zu werden, indem man jeden Tag eine Zigarette weniger raucht.

Nichtraucher werden und bleiben

Wenn Sie es dann geschafft haben, Nichtraucher zu werden, bleibt nur noch das Problem, Nichtraucher zu bleiben. Und das ist für Jahre gleich schwierig. Bei mir waren die ersten vierzehn Tage echt schwierig, aber ich bin jetzt seit 6 Jahren rauchfrei, und noch immer gibt es Momente, da wünsche ich, ich hätte nicht aufgehört mit dem Rauchen. Das sind dann Momente, da hilft mir dieser unbeugsame Entschluss: ich will Nichtraucher sein und bleiben.