Nichtraucher werden - die Rauch-Inventur

nichtraucher werden: die Rauchinventur

Ein Rauchstoppversuch hat wesentlich mehr Aussicht auf Erfolg, wenn wir uns sorgfältig vorbereiten. Wir sollten uns zunächst genau ansehen, was wir da so machen, mit dem Rauchen oder was das Rauchen mit uns macht.

Diese Rauchinventur oder Bestandsaufnahme gibt uns Orientierung. Wir schauen uns an, als ob wir einen Dritten betrachten: still, sachlich, ohne Vorwürfe. Wir sind hier nur Zeuge. Wir verändern (noch) nichts, und ja, wir rauchen munter weiter. Es nützt schließlich nichts, aufzubrechen, wenn wir den Weg nicht kennen.

Und so lernen wir unser Rauchverhalten besser kennen. Am besten, wir machen das alles schriftlich, denn so sinken die Chancen, dass wir uns weiter belügen.

Für jeden von uns ist Rauchen ein beträchtlicher Teil unseres Lebens geworden und es gilt, diesen Teil ganz und gar in unser waches Bewusstsein zu rücken.

  • wir führen immer Zigaretten und Zubehör mit
  • sorgen „verantwortungsvoll“ für Reserve und Vorrat
  • platzieren diese an strategisch wichtigen Punkten (Zuhause, Auto, Arbeitsplatz,…)
  • wir genießen das Ritual
    • das Öffnen der Schachtel oder das Tabakpäckchens
    • das leichte Klopfen auf die Schachtel, um die Zigarette heraus zu fummeln
    • das schlichte oder auch kunstvolle Befördern der Zigarette zum Mund
    • das ebenso schlichte oder kunstvolle Anzünden der Zigarette mit Feuerzeug oder nostalgischen Zündhölzern
    • das Saugen an der Zigarette
    • das Inhalieren
    • die Rauchwolke
    • das Entsorgen der Kippe

Wir rauchen ...

  • wenn wir uns langweilen
  • wenn wir gestresst oder sauer sind
  • automatisch zum Kaffee, Bier, Schnaps
  • automatisch nach dem Aufstehen
  • automatisch nach dem Essen
  • automatisch „danach“ (nach dem Sex, gelle…)
  • beim Telefonieren
  • beim Autofahren (!)
  • wenn wir einem anderen Raucher begegnen

Natürlich ist diese Liste unvollständig bzw. individuell verschieden. Ein erster Schritt ist nun, die Punkte hinzuzufügen, die fehlen, oder zu streichen, was nicht zutrifft. Besonderes Augenmerk gilt natürlich all den „automatischen“ Zigaretten: da müssen wir lernen, diese bewusst zur Kenntnis zu nehmen!

Achtung: hier geht es nicht darum zu erkennen, wie schlimm es um uns steht, und wie schlecht wir sind. Es geht hier nur um eine Bestandsaufnahme. Wie vor der Renovierung. Wir vermessen das Zimmer, und stellen fest, dass wir 20m² Teppich benötigen. Das ist kein Vorwurf - es ist nur eine Feststellung.

So vermessen wir auch unser Rauchverhalten. Es ist, wie es ist. Wir wissen hinterher einfach mehr über uns und das Rauchen.