nichtraucher werden - probleme und rückfälle

Nichtraucher werden ist nicht schwer, sein dagegen sehr...

nichtraucher werden - durchhalten

Nun muss es raus: Nichtraucher werden, das dauert. Klar, das Schlimmste ist nach einem Tag überstanden, und dann noch mal zwei Wochen - dann liegt das Allergröbste hinter uns.

Aber: das war's noch nicht - mitnichten!

Versuchungen und Rückfälle pflastern diesen staubigen Weg, und wir dürfen uns davon nicht erschrecken oder gar entmutigen lassen.

Nichtraucher werden, das ist nicht nur eine einmalige, endgültige Entscheidung. Wir buchen hier auch keinen Urlaub mit Garantieansprüchen, sondern Nichtraucher werden, das ist ein ständiges, ein selbständiges Lernen und Tun.

Es ist unsere Sache allein, wir machen es für uns selbst und niemand macht es für uns - also: mit frohem Mut und guter Laune!

Wachsamkeit

Unser neues Leben als Nichtraucher erfordert eine ständige Achtsamkeit. Nikotin ist eine der am stärksten süchtig machenden Substanzen. Unser Gehirn hat gelernt, danach zu verlangen. Auch als Nichtraucher schlägt der Hiper zu: in all den Situationen, die wir in unserem nichtraucher werden - rauchtagebuch festgehalten haben und die wir nun genau kennen.

Manche von uns habe diese Situationen, Umstände und Personen über Jahrzehnte mit Nikotin verknüpft: es ist unrealistisch zu glauben, das hört nach zwei Stunden auf. Das Feierabendbier bleibt wie auch die fehlende „Zigarette danach“: hier gaukelt unser Gehirn uns vor, wir brauchen Nikotin.

Hier müssen wir wachsam sein. Wir brauchen kein Nikotin. Das ist eine Falschmeldung. Der aktuelle Hiper dauert in der Regel nur wenige Minuten, und wir können ihn einfach ausklingen lassen. Die meisten dieser Auslösemechanismen verschwinden in den nächsten Monaten. Andere bleiben, aber die Abstände zwischen den „Anfällen“ werden immer länger.

Allerdings wird es immer wieder vereinzelt Momente geben, da wir uns wünschen, wir hätten niemals mit dem Rauchen aufgehört. Das verdeutlicht noch einmal: Nichtrauchen ist ein Abschied von der Zigarette auf immer.

Rückfälle
Meilensteine zum Erfolg

Rückfälle sind keine Katastrophe. Rückfälle stecken die Strecke ab. Sie lehren uns Respekt vor dieser gefährlichen Droge Nikotin, deren Macht wir nicht unterschätzen dürfen. Sie zeigen auch, dass Nichtrauchen, dieses erneut zu erlernende Nichtrauchen kein Sommerspaziergang ist.

Rückfälle anerkennen

Es ist wichtig, einen Rückfall als solchen zu erkennen und anzuerkennen. Wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen („Einmal ist kein Mal“). Machen wir uns aber auch klar, dass wir nur rückfällig werden konnten, weil wir schon eine ganze Zeit erfolgreich waren. Dieser Erfolg zählt und hat bewiesen, dass wir ohne Nikotin leben können.

Auch im Rückfall besitzen wir noch Freiheit. Wir können die Schachtel Zigaretten einfach wieder wegwerfen – niemand zwingt uns die jetzt aufzurauchen. Das ist nicht mehr als ein Straucheln. Es behindert uns einen Moment, aber wir können unseren Weg zum Nichtraucher leicht fortsetzen.

Ist der Rückfall schwerer, und wir hängen wieder an der Fluppe, so ist das auch nur ein Rückschlag. Nichts, aber auch rein gar nichts ist verloren, wenn wir erkennen, dass wir hingefallen sind. Nicht das Hinfallen ist die Schande, sondern das Liegenbleiben. Hier hilft die unbeugsame Absicht, die klare Einsicht: wir wollen mit dem Rauchen aufhören. Nichts wird uns davon abbringen, und wir werden einfach einmal mehr aufstehen als wir hingefallen sind. Ich bin mindestens 19 Mal hingefallen. Aber nun „stehe“ ich seit 2005. Rauchfrei. Nikotinfrei.

Schuldgefühle

(Selbst)-Vorwürfe
und Scham
verhindern das Handeln

Machen wir uns mit diesen Rückfällen auch nicht das Leben schwer. Schuldgefühle, (Selbst)-Vorwürfe und Scham helfen nicht: sie verhindern hier nur das Notwendige. Untersuchen wir die Umstände, die zum Rückfall geführt haben.

Die Raucherentwöhnung ist keine „Alles oder Nichts“-Sache. So wichtig es ist, ein einziges klares und deutliches „Nein“ zur Zigarette zu sagen, so wichtig ist es auch zu sehen, dass wir nicht die nächsten 30 Jahre nicht rauchen wollen. Das ist ja eine irre lange Zeit.

Nein. Wir wollen heute nicht rauchen. Den ganzen Tag lang nicht eine einzige Zigarette, nicht einen einzigen Zug. Das ist ein überschaubarer Zeitraum – das lässt sich leicht durchhalten. Vom Aufwachen bis zum Schlafen gehen. Und wenn dann morgen heute ist, haben wir wieder einen neuen Tag, an dem wir 100%ge Nichtraucher sind. Ein Tag nach dem anderen.

Ein Rückfall ist kein Abbruch des Rauchstopps, es ist eine Unterbrechung. Lernen wir daraus und nehmen wir unser Vorhaben unverzüglich wieder auf: wir können uns „das Rauchen abgewöhnen“ – wenn ich das kann, kann das wirklich auch jeder andere. Wir sehen: Nichtrauchen ist eine ernste Sache. Also nehmen wir sie ernst. Ein Rückfall bedeutet nicht, dass wir das Nichtrauchen nicht schaffen. Auch 19 Rückfälle sagen das nicht. Der Rückfall zeigt uns, wo wir noch genauer, disziplinierter, entschlossener Handeln müssen. Dann klappt das!

Gute Laune und Optimismus

Machen wir diese Reise „ohne Mullen und Knullen“. Wenn wir uns entschließen und Nichtraucher werden wollen, dann machen wir das doch heiter. Das macht zum einen mehr Spaß, und zum anderen – wesentlich wichtiger –machen wir es uns und unserer Umwelt umso leichter.

Erinnern wir uns doch bitte, bitte daran, dass uns keiner, absolut niemand, zwingt, mit dem Rauchen aufzuhören. Das ist unsere freie, eigene Entscheidung. Übernehmen wir hier die Verantwortung und werfen wir bitte, bitte niemandem vor, dass wir nun keine Zigaretten mehr rauchen dürfen.

Wir dürfen – aber wir wollen doch nicht mehr. Niemand kann uns zwingen, etwas zu wollen. Wir wollen es oder auch nicht. Wir wollen mit dem Rauchen aufhören, wir wollen, dass es uns gesundheitlich und finanziell besser geht, wir wollen weiße Zähne, saubere Finger, eine wohlriechende Wohnung: wir wollen aus freien Stücken mit dem Rauchen aufhören. Murren und Knurren passt dazu nicht.