nichtraucher werden - risiko reizauslöser

nichtraucher werden - risiko und ausloeser

Nikotin, Nichtraucher und der „freie Wille

Machen wir uns doch klar: wir wollen wirklich nicht rauchen. Das Nikotin hat uns zu Süchtigen gemacht und bestimmt hier unser Handeln.

Das ist etwas, was wir bei Junkies (natürlich sind wir auch „Nikotinjunkies“) oder Alkoholikern gerne breitbrüstig betonen, wenn wir von denen verlangen, sie sollen sich ihre Sucht stellen. Nur uns selbst machen wir hier wirkungsvoll etwas vor, denn wir „rauchen gern“, nicht etwa weil wir süchtig sind.

Das ist etwas, was wir hier akzeptieren müssen: wie der Heroinjunkie uns beteuert, er wolle diesen nächsten Schuss Heroin, das sei nun wirklich seine eigene, freie Entscheidung, so behaupten wir Raucher, dass wir das alles aus freien Stücken tun – denn wir wollen ja rauchen.

Das wissen wir, denn wir „prüfen“ uns: leerer Blick, kurze Atempause, Seelenforschung abgeschlossen, Erkenntnis emporgehoben: ja, es ist unser freier Wille.

Dieses „Ich rauche gern“ will uns in den letzten Grund verführen, der allen Gegengründen zum Trotz noch eine scheinbare Berechtigung hat: der „freie“ Wille. Doch dieser Wille ist so frei, wie der aller anderen Süchtigen: er zielt nur auf die Befriedigung eines einzigen und einzelnen Bedürfnisses ab: der Stoff muss her.

Will man Schweres bewältigen, muss man es sich leicht machen.
Bertolt Brecht

Das Erkennen dieser Auslöser (siehe: warum rauchen wir?) in der Vorbereitungsphase hilft uns später, den Rauchstopp erfolgreich umzusetzen. Jetzt kennen wir das Gelände und können die Gelegenheiten identifizieren.

Als künftige Nichtraucher werden wir diese Situationen später bewusst und aufmerksam meistern - meistern müssen. Verantwortung für unser Tun zu übernehmen, heißt hier, deutlich zu erkennen: wir haben mit dem Rauchen angefangen, und es ist unsere Sache allein, mit dem Rauch aufzuhören.

einfach meiden

Nur weil wir uns entschlossen haben, mit dem Rauchen aufzuhören, machen das noch nicht alle. Und ja, es ist wahr: wir müssen die anderen Raucher in Zukunft aushalten, wir können ihnen nicht ständig davonlaufen. Aber in unserer Anfangszeit als Nichtraucher ist die Gesellschaft mit anderen Rauchern schwer. Wenn wir Marathon laufen wollen, dann fangen wir ja auch nicht mit 42 km an, nicht wahr. Also machen wir es uns doch leicht, und reduzieren in der Anfangszeit den Kontakt zu anderen Rauchern auf das notwendige Minimum.

Wenn der Partner oder Kinder rauchen

Schwierige Sache das. Wir wollen uns ja nun nicht gleich von der Familie trennen – nur von den Zigaretten. Die Familie muss mit an Bord. Wenn die bessere Hälfte nun aber ein Ignoramus ist und meint: „Das ist Deine Sache, lass mich damit in Ruhe“ und munter unverändert die gesamte Wohnung als Raucherreservat nutzen will, dann steht eine schwere Prüfung bevor.

rauchfreie Bereiche und Zeiten

Wir müssen auf absolut rauchfreien Bereichen und Zeiten bestehen

  • Schlafzimmer
  • Küche
  • Wohnzimmer
  • gemeinsames Essen

Ein wohlwollender unterstützender Partner wird sich wenigstens darauf einlassen, einen Raum vollkommen zur Nichtraucherzone zu erklären; ein wirklich liebender wird das Rauchen auf einen einzigen Raum in der gemeinsamen Wohnung beschränken, und ein echter Schatz raucht nur noch auf dem Balkon.

So ist das.

durch bessere Alternativen ersetzen

Wir brauchen zum Kaffee keine Zigarette. Das haben uns andere vorgemacht, und wir machen das seither nach. Also hier ist es sicherlich günstig von Kaffee auf Kräutertee umzusteigen, weil wir da eine komplett neue Gewohnheit setzen und vermutlich bisher keine Kräutertee getrunken haben, also auch dazu keine Zigarette geraucht haben. Aber wenn wir weiter Kaffee trinken wollen, dann müssen wir die alte Gewohnheit durch eine neue ersetzen: tragen wir doch einfach immer einen Pack Zahnstocher mit uns rum. Oder einen eigens dafür gedachten „Lutsch- und Beißbleistift“.

die „Zigarettenpause“

In vielen Betrieben und Arbeitsabläufen gilt die „Zigarettenpause“ ähnlich wie die Toilettenpause als gerechtfertigte Arbeitsunterbrechung. Wenn da einer mit’ner Fluppe auf’m Hof steht, dann tut der ja schließlich was: er raucht.

Dem Nichtraucher entgeht diese Pause. Wenn der sich sieben Minuten auf den Hof stellt und den Bienchen und Blümchen zusieht, dann macht der einfach nichts.

Vielleicht hilft da folgendes Bild: wenn der Mensch sich auf den Hof stellen würde und sich zehn Minuten mit dem Hammer an die Stirn schlagen würde, dann würden wir das sicherlich nicht als „Pause“ oder nachahmenswert empfinden. Oder doch?

„tapfer“ bestehen

Meine „längste Zigarette“ hat gut anderthalb Stunden „gebrannt“. Ich hatte so einen starken Hieper auf eine Zigarette, dass ich schlichtweg überwältigt war. Das Verlangen nach einer Zigarette war so präsent, dass ich an nichts anderes denken konnte und auch nichts wirklich tun konnte, weil meine Gedanken immer wieder auf die Fluppe kamen.

Also habe ich mich aufrecht hingesetzt und tief, tief inhaliert. Reine Luft. So, als ob ich rauchen würde. Neunzig lange, lange Minuten. Dann war gut.

Nein sagen

Sagen wir doch endgültig „Nein“ zu den Zigaretten. Ein einziges Nein ist besser als viele, viele kleine Neins. Treffen wir diese Entscheidung ein einziges Mal für den Rest unseres Lebens: Nein zu Zigaretten.

Ausnahmen

Ich kenne keinen „trockenen“ Raucher, der nach einer Zigarette nicht wieder angefangen hätte. Es gibt keine Ausnahmen, nur Rückfälle.