NRW verbietet nikotinhaltige E-Zigaretten

NRW will nikotinhaltige e-Zigaretten verbieten

Der Dezember lässt die e-Zigaretten-Szene aufhorchen. Der befürchtete Super-GAU für Dampfer dräut aus NRW (Nord-Rhein-Westfalen): hier probt eine Grüne das Aus für die e-Zigarette.

Dampfer und Händler sind gleichermaßen entsetzt. Das Problem: es fehlt an klaren Studien über die Gesundheitsfrage und die Rechtslage verliert sich zwischen Rauchverbot, Präsentationsheilmittel und freien Dampf für „Freie Bürger“.

Eine Glosse – nicht immer janz ernst jemeint, nischwa ;)

Was ist da passiert?

Am 16.12.2011 bezieht sich die grüne NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens auf das Ungewisse: von der Benutzung der e-Zigaretten sei dringend abzuraten – niemand kenne Gefahren und Risiken.

In kühner Neuinterpretation unserer bewährten demokratischen Gewaltenteilung schwingt sich das Mitglied der Exekutive auf und erobert die Judikative – sie erklärt: wenn in den Kartuschen Nikotin enthalten sei, dann falle diese e-Zigarette unter das Arzneimittelgesetz. Damit sei der Verkauf und Vertrieb strafbar und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bewehrt.

Die Judikative – also die Richter und Gerichte, die solche Dinge bisher in unserem schönen Lande zu entscheiden pflegten – wurden allerdings noch nicht gefragt. Wer weiß, vielleicht wissen die ja gar nichts von ihrer Abschaffung?

Was ist außen "grün" und innen "hohl"?

Richtig! ⇒ Schnittlauch ;)

Das Gewisse, das, was ohne Zweifel feststeht in unserer Republik, lässt die grüne Gesundheitsministerin hingegen kalt:

  • 140.000 Tote durch Tabakkonsum
  • 6.000 Tote durch Passivrauchen
  • 90% aller Lungenkrebserkrankungen gehen auf die Tabakzigarette zurück
  • Raucher leben durchschnittlich 10 Jahre weniger

Und vergebens wartet man auf die Ergänzung, die die Ankündigung doch wenigstens hätte „fair“ – wenn auch nicht gerecht – aussehen lassen:

„Ebenso werden ab 2012 Zigarettenhändler und –hersteller wegen fahrlässiger Tötung bestraft. Der Verkauf und Handel von Tabakwaren wird untersagt.“

Ach ja, dabei wäre doch so viel Platz für Einsicht in dieser ersten Vertreterin der Juxikative, der bisher unbekannten Demokratiesäule für den angewandten Scherz, auch Jocus oder kurz Jux genannt!

Widerstand regt sich im Dampferland

Der Handelsverband

Doch so einfach will man das der Ministerin nicht machen. Der engagierte Handel lässt seinen sich in Gründung befindlichen Verband die Argumentation der grünen Ministerin auseinandernehmen.

arznei- und medizinproduktrechtlichen Vorschriften

hier verweist der Handel auf verschiedene Gerichtsurteile – europäische wie bundesdeutsche – die darlegen sollen, dass die e-Zigarette durch das Arzneimittelgesetz oder das Medizinproduktgesetz nicht geregelt werden dürfen.

Spitzfindig wird darauf verwiesen, dass das Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder entschieden habe, dass „Arzneimittel nicht nur über therapeutische/diagnostische Eignung“ verfügen müssen, sondern dass sie auch zum diagnostischen/therapeutischen Einsatz bestimmt sein müssen.

Die e-Zigarette sei schließlich ein LifeStyle-Produkt und werde als solches auch angeboten.

Gesundheitliche Auswirkung dauerhafter und wiederholter Inhalation von Propylenglycol

In einer umstrittenen Untersuchung hatte die US-amerikanische FDA 2009 „giftige Substanzen und Krebs erregende Nitrosamine nachweisen können“.

Schon lange wird gegen diese „Studie“ eingewendet, dass die vorgefundenen Mengen so auch in zahlreichen anderen Produkten nachgewiesen werden können - und dies nicht zu einer entsprechenden Warnung seitens der FDA geführt habe.

Doch der Verband legt neu auf: eine bekannter Händler beauftragt ein „renommiertes Analyselabor“ , das dann auch bestätigt: „Sowohl im flüssigen Zustand als auch in der Dampfphase liegt die Menge in den untersuchten Aromaliquids … unterhalb der Nachweisgrenze.“

Dass die Untersuchung des Labors sich nur auf die Liquide des hier ungenannt bleibenden Händlers bezieht, ist dem Verband keine Erwähnung wert.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ;)

„Stabstelle Krebsprävention“

die neue Sitkom

oder

"Wissenschaft für den kleinen Mann"

Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabstelle Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hat vermutlich die geistige Vorlage für die Ergüsse der NRW-Ministerin gegeben und den Weg für eine deutliche Vereinfachung wissenschaftlicher Studien gebahnt.

Im „Selbstversuch“ begaben sich zwei Mitarbeiter des DKFZ in einen Raum und dampften. Zum Ergebnis der „Untersuchung“ nun Frau Dr. Martina Pötschke-Langer im Originalton ohne Untertitel:

„Nachdem in dem Raum zwei E-Zigaretten geraucht worden waren, hatten meine Kollegen und ich Atemwegsreizungen und ein Benommenheitsgefühl."

Aha.

Das finde ich tatsächlich inspirierend - ein Aufruf zur freiwilligen Eigenbetätigung im nun leicht zugänglichen Felde der Wissenschaft :D

der Gegenbeweis :D

So einfach kann Wissenschaft sein

Neulich hatte ich abends zwei Dampfer zu Gast. Wir begaben uns witterungsbedingt in einen abgeschlossenen Raum (mein Wohnzimmer). Da es regnete – draußen natürlich – konnten wir leider keine Fenster öffnen und waren der Dampfeinwirkung verschiedener Dampfgeräte über einen beachtlichen Zeitraum ausgesetzt.

Keine der anwesenden Personen klagten über Atemwegsreizungen oder Benommenheitsgefühle. Anwesende Haustiere schnurrten, die Goldfischbesatzung des Aquariums verfiel in Wasserballet. Zwei Kakteen erblühten, als der ausgeatmete Dampf („Banane“) die Stacheln berührte.

Somit ist die Unbedenklichkeit der e-Zigarette nun wissenschaftlich erwiesen. Oder was?

Natürlich verfügte keiner der Probanden über irgendwelche Doktortitel – aber zum einen gilt der medizinische Doktorgrad als der am leichtesten zu Erringende, und zum anderen können wir ja KT mal fragen, ob da was zu löten wäre, nischwa :D

Ist der gute Ruf erst ruiniert, lebt’s sich’s frei und ungeniert

Also, werte Frau Dr. Martina Pötschke-Langer, diesen Selbstversuch mit Ringelpietz und Anfassen verbuchen wir mal ganz schnell unter: hier lacht das wissenschaftliche Publikum, OK?

Wir wissen, selbst Einstein sprach ja von einer "größten Eselei" seines Lebens, da darf die wissenschaftliche Seele dann reuig sich entspannen - selbst Einstein, Frau Doktor!

Petitionen

Bitte stellt sicher, dass Ihr bei diesen Petitionen in Eurem Sinne abgestimmt habt!

  • Petition
    www.petitiononline.com/fr33dom/petition.html
  • Petition: e-Zigaretten drüfen nicht verboten werden!
    www.openpetition.de/petition/zeichnen_formular/e-zigaretten-duerfen-nicht-verboten-werden

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