Stiftung Warentest e-Zigarette

Stiftung Warentest zur e-Zigarette

Stiftung Warentest zur e-Zigarette

Die Stiftung Warentest wertet e-Zigarettenstudien aus und kommt zu einer "wohl" fairen Bewertung:

Die e-Zigarette ist wohl weniger schädlich als die Tabakzigarette.

  • Dampfen weniger schädlich als Rauchen
  • Risikofaktor Spannung und Temperatur
  • Passivdampfen: e-Zigarette belastet Umgebung nicht
  • Nikotinsucht bleibt

 

„Für Raucher, die sich ohnehin Gesundheitsgefahren aussetzen, kann die e-Zigarette eine Alternative sein.“

Stiftung Warentest: e-Zigarette wohl weniger schädlich

Die Stiftung Warentest beschäftigt sich in der aktuellen März-Ausgabe  mit der e-Zigarette. Eine Auswertung „bisheriger Studien“ führt die renommierte Stiftung zu dem Urteil: Die e-Zigarette ist wohl weniger schädlich als Rauchen. Noch sei es aber zu früh, sie als „harmlos“ einzustufen. Auch kann die Stiftung Warentest bei ihrer Auswertung nicht feststellen, dass man sich mit der e-Zigarette das Rauchen abgewöhnen kann.

Hier eine kurze Betrachtung des Artikels aus Stiftung Warentest, „e-Zigarette: Ist Dampfen harmloser als Rauchen“, März 2015.

Mehr Dampfer – mehr Umsatz

Die Stiftung Warentest zitiert eine Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrums (2014): 20% der Raucher haben schon einmal eine e-Zigarette getestet; von 2010 auf 2014 stieg der Umsatz von 5 auf 150 Millionen Euro pro Jahr (Branchenangaben).

Zigarettenkonzerne sind eingestiegen

Wer sich mit seinem lokalen Zeitungs- und Zigarettenhändler unterhält, weiß das schon. Beinahe wöchentlich werden diese von „Big Tobacco“ zu Präsentationen über neuen Tabakkonsum – die e-Zigarette – eingeladen. Die Zigarettenkonzerne mögen den Anfang verschlafen haben, aber nun wollen sie Marktanteile sichern. Ob dies zu einer Verbesserung der e-Zigarette beiträgt, ist angesichts der erbärmlichen Geschichte dieser Konzerne höchst fraglich.

e-Liquids: viele Aromen und Kostenersparnis

Die Stiftung macht „rund 100 Aromen“ aus: „von A wie Apfel […] bis Z wie Zitrone.“ Mit und ohne Nikotin. Ein befragter Händler erklärt, bei einem Preis von € 4,95 pro Fläschchen und darin enthaltenen 60 Zigaretten könne jeder sich die Ersparnis ausrechnen. Als Gründe für den Wechsel vieler Raucher auf die e-Zigarette nennt der Händler drei Gründe:

  • e-Zigaretten sind billiger als Rauchen
  • e-Zigaretten seien überall erlaubt (was mit Verlaub nicht stimmt)
  • e-Zigaretten seien „gesünder“ als Glimmstängel.

Das Letzte ist natürlich eine gewagte Behauptung und durch nichts belegt. Ein Vergleich von Zigarette und e-Zigarette kann bestenfalls zu dem Schluss führen, dass die e-Zigarette keinesfalls gefährlicher ist als die Tabak-Zigarette.

Langzeitstudien fehlen

Und so weist die Stiftung Warentest auch auf das Problem hin. Zwar entlastet der heutige Forschungsstand den bisherigen Hauptverdächtigen „Nikotin“:

Nikotin nicht die wesentliche schädliche Komponente

Aus dem Heft: Professor Anil Batra, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Aktionskreises Tabakentwöhnung, sagt: „Nikotin macht süchtig und fördert wohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es ist aber nicht die wesentliche schädliche Komponente von Zigaretten.“

Die Hauptgefahr geht nach aktuellem Wissenstand von dem Rauch und den in ihm enthaltenen krebserregenden Zusatzstoffen aus.

Dampfen weniger schädlich als Rauchen

„Nach jetzigem Forschungstand schadet Dampfen weniger als Rauchen. Zu diesem Fazit kommt die Stiftung Warentest nach Auswertung der Studien.“ Ob die e-Zigarette nun weniger schädlich ist als die Tabakzigarette lässt sich in Ermangelung belastbarer Langzeitstudien noch nicht endgültig sagen

Risikofaktor Spannung und Temperatur

Als Risikofaktor erkennt die Stiftung Betriebstemperatur und Spannung der e-Zigarette. Die Betriebstemperatur solle unter 100 °C liegen und die Spannung „sichere“ 3,7 Volt nicht übersteigen. Sodann verweist sie auf eine Anfang 2015 weit bekannt gewordene Studie US-amerikanischer Forscher.

Formalaldehyd entsteht ab 5 Volt

Diese hatten in der umstrittenen Studie ein weit höheres Krebsrisiko für e-Zigaretten-Nutzer entdeckt – allerdings erst ab einer Spannung von 5 Volt und nicht – wie der Artikel andeutet – bereits darunter.

erhöhtes Krebsrisiko unbegründet

Ein erhöhtes Krebsrisiko bei e-Zigaretten kann daraus nicht abgeleitet werden, da der Betrieb der e-Zigarette bei dieser hohen Spannung zu widerlichen Geschmackserlebnissen führt. Ein Kritiker der Studie vergleicht die Untersuchungsbedingungen mit auf dem Grill verkohlten Fleisch, das zwar erhöhte krebsfördernde Substanzen enthalte, aber von niemandem gegessen werde.

Passivdampfen

Auch im Passivdampfen (das Analog zu „Passivrauchen“) sieht die Stiftung Warentest kein Problem. Zwar könne es bei „Dampfern“ (e-Zigaretten-Nutzern) zu geringen, vorübergehenden Beschwerden kommen, aber eine Studie zeige, „dass eine Stunde Passivdampfen die Lungenfunktion nicht beeinträchtigt.“ Eine e-Zigarette qualme auch nicht dauernd wie die Tabak-Zigarette, sondern nur wenn der Dampfer daran zieht.

Das „Rauch-Ritual“

Das Ritual spielt für viele Ex-Raucher und Dampfer eine wichtige Rolle und macht die e-Zigarette zu einem fast perfekten Ersatz der Tabak-Zigarette. Der Dampfer …

  • hält etwas in den Händen
  • führt dieses Ding zum Mund
  • saugt daran
  • inhaliert
  • bläst Wölkchen in die Luft

Eine Karotte ist da wesentlich unattraktiver …

Mit der e-Zigarette das Rauchen abgewöhnen

Den Versuch, sich mit der e-Zigarette das Rauchen abzugewöhnen, enttarnt der Artikel als Illusion. Studien zeigen, dass die Erfolgsrate bei der e-Zigarette nicht höher ist als bei anderen Methoden – besser gesagt gleich niedrig. Bedauerlicherweise hat sich in den Artikel das Nikotinpflaster eingeschlichen, das bei einer „Erfolgsrate“ von 3,6% auf 6 Monate hier keine Erwähnung verdient. Selbst der „kalte Rauch-Stopp“ – also von heute auf morgen – liegt hier mit 5% deutlich besser.

Nikotinsucht

Allerdings wähnen sich viele Dampfer immer noch in einer Illusion: Sie glauben, da sie nun auf Tabakzigaretten verzichteten, seien sie „echte Nichtraucher“. Strikt gesprochen sind sie zwar dem „Rauch“ oder „Rauchen“ entkommen, aber ein „echter“ Nichtraucher verzichtet natürlich auch auf das Nikotin. Und natürlich muss auch der „Dampfer“ nach wie vor seine Nikotinsucht befriedigen – „Gerätschaften bei sich tragen, Akkus laden, Liquidnachschub besorgen“.

Die Sucht bleibt Sucht!

Fazit

Das Wörtchen „wohl“ ist das bestimmende: Die Stiftung Warentest sieht die e-Zigarette als „wohl“ weniger schädlich als die Tabakzigarette und kommt dennoch zu einem klaren Schluss: „Für Raucher, die sich ohnehin Gesundheitsgefahren aussetzen, kann die e-Zigarette eine Alternative sein“.

Das Beste aber bleibt, beides zu lassen: das Rauchen und das Dampfen. Das Zweitbeste ist sicherlich, das Rauchen zu lassen.

Das Allerbeste wäre nun vielleicht: die Stiftung Warentest testet die e-Zigarette!