Sub-Ohm Dampfen

Sub-Ohm-Dampfen

Sub-Ohm-Dampfen“ bezeichnet den Betrieb einer e-Zigarette mit Verdampferköpfen von weniger als 1 Ohm Widerstand. Das Ziel? Extreme Dampfwolken – „Cloud Chasing“, die Wolkenjagd. Der Geschmack verbessert sich, doch dem stimmt nicht jeder Dampfer zu. Das Sub-Ohm-Dampfen bleibt in der Dampferszene umstritten - Mehr oder Weniger.

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Sub-Ohm: Ansichtssache

Sub-Ohm-Dampfen ist Ansichtssache.

Dafür sprechen Dampfausbeute, Geschmack und Flash.

Degegen sprechen hohe Kosten und ein stark erhöhter Liquidverbrauch.

Ob der Geschmack tatsächlich besser ist, bleibt in der Szene umstritten.

Der Sub-Ohm-Betrieb stellt erhöhte Anforderungen an Technik und Geldbeutel. Taugliche Sub-Ohm-Clearomizer gehören zu den teuersten am Markt. Sie dürfen nur (!) mit hochstromfesten Akkus genutzt werden; auch diese sind nicht billig.

Achtung: Betreiben Sie Sub-Ohm-Clearomizer – genauer gesagt: die Sub-Ohm-Verdampferköpfe - niemals mit „normalen“ Akkus. „Standard-Akkus“ können überhitzen und sogar explodieren!

Ein entscheidender Nachteil des Sub-Ohm-Dampfens ist der hohe Liquidverbrauch. Dadurch steigen die Liquidkosten – gehen Sie von 50% und mehr aus. Dieses Liquid wird bei höheren Temperaturen verdampft. Ob und welche Substanzen bei diesem Prozess entstehen, ist derzeit (Stand 11/2015) noch nicht bekannt. Sie konsumieren also mehr unbekannt zusammengesetzten Dampf – achten Sie beim Liquidkauf auf zertifizierte Qualität!

War das Sub-Ohm-Dampfen anfangs eine Sparte für Heimwerker, die sich das entsprechende Gerät kenntnisreich selbst zusammenstellten, finden wir heute eine Vielzahl von Sub-Ohm-Heads, Clearomizern und hochstromfesten Akkus aus Serienproduktion. Mit ihnen gelingt das Sub-Ohm-Dampfen auch jedem neugierigen und erfahrenen Dampfer – ohne Zusatzausbildung.

Für Dampfneulinge ist es nicht geeignet.

 

Sub-Ohm-Dampfen
Info
©e-zigarette-test.de
erstellt: 20.11.2015
update: 23.11.2015

Sub-Ohm: weniger als 1 Ohm Widerstand

Je niedriger der Widerstand (bei gleichbleibender Spannung) desto höher die Leistung – so lehrt uns das Ohmsche Gesetz. Die Spannung im Quadrat wird durch den Widerstand geteilt: Das Ergebnis ist die Leistung in Watt.

Leistungsentwicklung

Leistungsentwicklung
beim Sub-Ohm-Dampfen

  • je niedriger der Widerstand ...
  • ... desto höher die Leistung

Die hohe Leistung sorgt beim Sub-Ohm-Dampfen für gewaltige Dampfwolken und gewaltigen Liquidverbrauch.

Sie finden 5 Werte für den Widerstand (von links nach rechts: 1,5 Ohm bis zu 0,3 Ohm) bei einer gleichbleibenden Spannung von 3,6 Volt. Im Normalbetrieb mit 1,5 Ohm Widerstand kommt die e-Zigarette auf eine heutzutage fast schon bescheidene Leistung von 8,64 Watt.

Im Niedrigohmbereich (1 Ohm Widerstand) steigt die Leistung stark an. Fällt der Widerstand unter 1 Ohm – im Sub-Ohm-Bereich also – entwickeln sich die Wattzahlen rasant. Mit einem (fiktiven) Verdampferkopf von 0,1 Ohm Widerstand kämen wir bei 129 Watt an.

Erhöhte Anforderungen im Sub-Ohm-Betrieb

Für Dampfer hat der Sub-Ohm-Betrieb Vorteile wie Nachteile: Mehr Dampf, mehr Geschmack, starker Flash, aber spezielle Technik und hohe Liquidkosten.

Vorteile des Sub-Ohm-Dampfens

Für Dampfer hat der Sub-Ohm-Betrieb Vorteile wie Nachteile:

  • Mehr Dampf
  • mehr Geschmack
  • wärmerer Dampf
  • starker Flash
Gewaltige Dampfausbeute

Durch die erhöhte Leistung steigt die Dampfausbeute erheblich. Der Dampf ist dicht, intensiv und übertrifft in der Menge den einer Tabakzigarette.

Wenn solche Dampfmengen Sie nicht interessieren, dann ist das Sub-Ohm-Dampfen nichts für Sie!

Mehr Geschmack

Die erhöhte Dampfmenge bringt auch mehr Geschmack mit sich. Die Betonung liegt hier auf „mehr“ – denn es gibt auch e-Zigaretten, die im Normalbereich ein ausgezeichnetes Geschmackserlebnis bieten.

Beim direkten Lungenzug steht im Prinzip das gesamte Lungenvolumen zur Verfügung, allerdings passiert der Dampf den Mundraum ohne weiteren Aufenthalt, während er beim „Mund-Lunge“-Zug der Standard-e-Zigarette einen Moment im Mundraum bleibt. Das führt zu zwei verschiedenen Geschmackserlebnissen.

Ob der Geschmack im Sub-Ohm-Betrieb wirklich besser ist, können nur Sie selbst entscheiden. Es gibt jede Menge Dampfer, die das Sub-Ohm-Dampfen aus geschmacklichen Gründen ablehnen.

Wärmerer Dampf

Die höhere Leistung führt zu einem wärmeren Dampf im Sub-Ohm-Betrieb. Das verbessert Kaffee- und Dessertaromen, während Fruchtaromen davon weniger profitieren. Aber das ist latürnisch Geschmackssache.

Flash

Die veränderte Zugtechnik für zu einem starken Lungen- und Kehlhit. Wer das sucht, ist beim Sub-Ohm-Dampfen richtig. Es ist eine gute Idee, die Nikotinstärke des Liquids – auch wegen der höheren Dampfausbeute – niedrig zu wählen.

Nachteile des Sub-Ohm-Dampfens

  • erhöhte Temperatur der Coils (Heizwendeln)
  • hoher Liqudidverbrauch
  • hohe Liquidkosten
  • erhöhter Verschleiß an Verdampferköpfen
  • veränderte Zugtechnik
  • Transport

Die spezielle Technik führt zu höheren Anschaffungskosten und da ist noch die Frage: Ist Sub-Ohm-Dampfen gefährlich?

Erhöhte Temperatur der Coils

Die Heizwendeln („Coils“) des Verdampferkopfes arbeiten beim Sub-Ohm-Dampfen mit bis zu dreifach höherer Betriebstemperatur. Wir wissen nicht, welche Stoffe beim Verdampfen eines Liquids bei solchen Temperaturen entstehen – wissenschaftliche Studien fehlen.

Der gesunde Menschenverstand allerdings sagt uns, dass sich „Standard-Dampf“ und „Sub-Ohm-Dampf“ vermutlich nicht nur in der Menge, sondern auch in der Beschaffenheit unterscheiden. Das sollten Sie sich klar machen!

Lesen Sie dazu auch: Krebsrisiko e-Zigarette?

Erhöhter Liquidverbrauch

Es ist klar, dass ein Verdampfer mit 8 Watt weniger Liquid verarbeiten kann als ein Verdampfer mit 25 Watt. Dieser verdampft schlichtweg mehr Liquid pro Zug und sorgt so für die begehrten Wolken. Der Liquidbedarf steigt deutlich: rechnen Sie wenigstens mit 50% höherem Verbrauch. Ein Dampfer will gar seinen 5ml-Tank in einer Mittagspause geleert haben – wohl eher eine Geschichte aus dem Bereich „Mythen & Gerüchte“.

Achtung: Da Sie beim Sub-Ohm-Dampfen wesentlich mehr Liquid konsumieren, ist es umso wichtiger, dass Sie vorzugsweise zertifizierte Liquids aus zuverlässiger Quelle beziehen!

Erhöhte Kosten

Der gestiegene Liquidverbrauch führt natürlich zu klar höheren Kosten beim Liquidkauf. „Nichts ist umsonst, nur der Tod – und der kost’s Leben“ ;) Dem können Sie nur durch günstige Liquids oder Selbermischen begegnen.

Verschleiß Verdampferkopf

Die stärkere Belastung durch hohe Volt- und Wattzahlen kann die Lebenszeit des Verdampfers verkürzen. Setzen Sie hier in jedem Fall auf bewährte Qualitätsware.

Transport

Die Sub-Ohm-Geräte sind allgemein größer und schwerer (z.B. 320g). Ein Transport in der Brusttasche scheidet aus.

Veränderte Zugtechnik

Das Sub-Ohm-Dampfen erfordert eine veränderte Zugtechnik. Während Sie im normalen Betrieb den Dampf zunächst in den Mundraum saugen und dann inhalieren, sollten Sie beim Sub-Ohm-Betrieb den Dampf direkt „auf Lunge“ inhalieren – also ohne Zwischenstopp im Mund. Das trägt natürlich nicht unerheblich zur gesteigerten Dampfmenge bei, nischwa …

Tipp: Wenn Sie also lieber zunächst in den Mund und dann in die Lunge ziehen wollen, verpassen Sie das Sub-Ohm-Dampfen.

Achtung: Die langen Züge direkt auf die Lunge führen Ihrem Körper auch mehr Nikotin zu – Sie inhalieren schlichtweg mehr Dampf. Versuchen Sie also ein Liquid mit geringerer Nikotinstärke (3mg, 6mg).

Technik

Am wichtigsten und schwerwiegendsten sind allerdings die Anforderungen an die Technik. Verdampferköpfe im Sub-Ohm-Betrieb fordern eine wesentliche höhere Menge an Strom.

Wenn Sie also von Hause aus nicht Elektriker o.ä. sind, dann greifen Sie zu einer Sub-Ohm-fähigen e-Zigarette aus Serienproduktion. Hier sind die Komponenten aufeinander abgestimmt.

Sicherheit

Sub-Ohm-Dampfen erfordert spezielle Technik. Die verwendeten Akkus müssen hochstromfest sein – d.h. hohe Entladeströme verkraften können. Der Akkuträger selber benötigt (am unteren Ende) zur Sicherheit Entgasungsöffnungen, die bei einer Überhitzung eine kontrollierte Entgasung sicher stellen und so eine Explosion verhindern.

Achtung: Sie dürfen Sub-Ohm-Köpfe niemals mit normalen Akkus betreiben. Der erhöhte Stromfluss führt bei Standard-Akkus zur Überhitzung: solche Standard-Akkus können dann explodieren!

Achtung: Wenn Sie nicht vom Fach sind – Elektriker, Elektroingenieur o.ä., dann basteln Sie sich Ihr Sub-Ohm-Gerät nicht selbst zusammen! Falsch zusammengebaute Akkus sind gefährlich und können explodieren!

Vape Blast Expo 2.0

Vape Blast veranstaltet Verbrauchermessen – Neudeutsch: Event. Die Veranstalter betreiben Aufklärung in Sachen e-Zigarette und stellen eine Plattform zur Verfügung, auf der sich Dampfer, Kleinhändler und etablierte e-Zigaretten-Unternehmen begegnen können.

Vape Blast lässt sich frei mit „Dampfen aus vollem Rohr“ übersetzen. Wortwörtlich ist es eine Dampfentladung, ja eine Dampfdetonation. Ein Ereignis – Event, nischwa – machte dem Namen dann im August 2014 alle Ehre.

Bei einem „Cloud Chasing“-Wettbewerb (Jagd nach den größten Dampfwolken) explodierte eine offensichtlich fehlerhafte konstruierte e-Zigarette. Dabei schlug sie ein Loch in die fast 7m hohe Decke, brachte eine Deckenkachel zum Absturz und brannte ein Loch in den Boden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Der Besitzer des Explosionskörpers gab Fersengeld und entging solcherart Schadensersatzansprüchen.

Der Vorfall ist im Netz gut dokumentiert (Suchbegriff: „Vape Blast incident“)

Ist Sub-Ohm-Dampfen gefährlich?

Sub-Ohm-Dampfen ist gefährlich, wenn Sie sich eine Sub-Ohm-„Dampfe“ selbst zusammenschrauben wollen und keine Ahnung vom Fach haben. Das ist grobfahrlässig und kann zu Überhitzung und Explosion führen. Findet diese Explosion beim Ziehen statt, ist Ihr Gesicht samt schönheitsbildender Ausstattung in direkter Gefahr.

Diese Gefahren beim Sub-Ohm-Dampfen vermeiden Sie, wenn Sie auf hochwertige sub-ohm-fähige E-Zigaretten aus Serienherstellung zurückgreifen. Deren Bestandteile sind aufeinander abgestimmt, und Sie müssen nur noch auf eines achten: Betreiben Sie Ihre Sub-Ohm-Clearomizer nicht mit Standard-Akkus!

Allerdings ist da noch die Sache mit den Liquids

Liquids und Sub-Ohm-Dampfen

Die Wahl des richtigen Liquids für Sub-Ohm-Dampfen erfordert Lust am Experimentieren. Rechnen Sie mit der Möglichkeit, dass Sie ein neues Lieblingsliquid finden. Nicht jedes Liquid passt optimal zum Sub-Ohm-Dampfen – Probieren geht über Studieren.

Liquids mit hohem VG-Anteil

Da die Dampfausbeute für viele das Ziel ist, greifen diese Dampfer auf Liquids mit einem hohen Anteil an Glycerin (VG, „Vegetable Clycerin“) zurück.

  • mehr Dampf:
    VG produziert von Hause aus mehr Dampf und verstärkt so die Dampfausbeute beim Sub-Ohm-Dampfen weiter.
  • Schwächerer Flash:
    Allerdings hat VG einen schwächeren Flash. Da der Flash beim Sub-Ohm-Dampfen sehr stark ist, erreicht man so einen gewissen dämpfenden Effekt.
  • Verdampferköpfe verschleißen schneller:
    VG ist zähflüssig und verschmutzt die Verdampferköpfe schneller. Sie müssen also häufiger ausgetaucht werden.

Tipp

Unser Tipp: Bleiben Sie bei Liquids mit einem hohen PG-Anteil (Propylenglycol). Die gewaltige Dampfentwicklung beim Sub-Ohm-Betrieb braucht keine Verstärkung. PG-lastige Liquids schonen außerdem die Verdampferköpfe. Dem Flash können und sollten Sie durch die Wahl einer niedrigeren Nikotinstärke begegnen (s.o.).

Für wen eignet sich Sub-Ohm-Dampfen?

Das Sub-Ohm-Dampfen richtet sich an erfahrene Dampfer, die …

  • riesige Dampfwolken („Cloud Chasing“) suchen
  • mehr Geschmack wollen
  • die hohen Anschaffungskosten nicht scheuen
  • die hohen Verbrauchskosten finanzieren können und wollen

Nicht für Einsteiger

Es ist nichts für Einsteiger. Auch wenn die Basteltage und Spezialkenntnisse Vergangenheit sind, so gibt es Gegengründe:

  • Hohe Anschaffungskosten ab ca. €55,-
  • Hohe Verbrauchskosten
  • Zugtechnik
  • Mangelnde Erfahrung

Auch spielen Sicherheitsaspekte eine Rolle: Sub-Ohm-Verdampfer dürfen niemals auf Standard-Akkus eingesetzt werden. Das Bewusstsein für die Unterschiede zu einem hochstromfesten Akku kann man von einem erfahrenen Dampfer erwarten – ein Einsteiger ist damit überfordert.

Also nochmal zur Wiederholung: Sub-Ohm-Dampfen ist nichts für Einsteiger!

Sub-Ohm-fähige e-Zigaretten

Auf dem Markt finden wir mittlerweile eine Reihe von sub-ohm-fähigen e-Zigaretten aus Serienproduktion. Sie öffnen die Tür zum Sub-Ohm-Dampfen „out of the box“, d.h. …

  • auspacken
  • Bedienungsanleitung lesen (!)
  • aufladen
  • füllen
  • zusammenschrauben
  • losdampfen.

Beim Lesen der meisten Bedienungsanleitungen allerdings wird klar: Das richtet sich an erfahrene Dampfer. Manche Hersteller legen „Bedienungskärtchen“ im Kreditkartenformat bei. Ein erfahrener Dampfer wirft darauf einen Blick und weiß, wie der Hase läuft. Ein Einsteiger ist überfordert. Außerdem präsentieren sie den so wichtigen Inhalt in Englisch.

Folgende sub-ohm-fähigen e-Zigaretten finden Sie auf (e-zigarette-test.de):

Fazit

Sub-Ohm-Dampfen ist ein „Kann“ – kein „Muss“. Es ist in jedem Fall ein „Mehr“: mehr Dampf, mehr Geschmack, mehr Geld für Anschaffung und Verbrauch, mehr Liquid durch die Lunge. Den hohen Liquidverbrauch können wir nicht einfach weglächeln.

Wenn Sie ein erfahrener Dampfer sind und das Sub-Ohm-Dampfen ausprobieren wollen, holen Sie sich am besten eine sub-ohm-fähige e-Zigarette aus Serienproduktion.

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