Wieviele Züge pro Tankfüllung - ein Test

Wieviele Züge pro Tankfüllung

Wie viele Zigaretten stecken in einem Liquidfläschchen? Für Dampfer ist diese Frage genauso wichtig wie die Frage: welche e-Zigarette ist die richtige?

Zigaretten kommen gut zählbar in einzelnen Stücken; die e-Zigaretten müssen mit e-Liquid befüllt werden. Hier zählen wir keine Zigaretten oder Schachteln. Wir messen die Nikotinflüssigkeit, die „Juice“, in Milliliter (ml); den Nikotingehalt in Milligramm (mg/ml).

Die Frage ist also: wie viele Zigaretten bringt mir ein Fläschchen e-Liquid?

Dazu zählen wir jetzt nicht mehr Zigaretten, sondern wie viele Züge erhalten wir pro Zigarette bzw. pro e-Zigarette?

Das hängt natürlich sehr von den persönlichen Eigenheiten ab. Wie schnell, wie heftig, wie tief inhaliere ich den Zigarettenrauch? Eine Zahl zwischen 7 bis 12 Zügen pro Tabakzigarette gilt als normal.

Die Züge kann ich natürlich auch bei der e-Zigarette zählen und erhalte den Vergleich: ich hole mir 10 ml e-Liquid und kann damit x-mal ziehen. Auch das hängt wieder von persönlichen Faktoren ab.

Aber wie komme ich zu objektiven, wirklich vergleichbaren Daten?

Hier hilft ein von Stefan Meile (InSmoke) entwickelter Test. Stefan arbeitet im eigenen Familienbetrieb. Der beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Rauchzubehör. Die e-Zigarette war hier eine logische Erweiterung.

Stefan

Die Idee für den Test ist mir eingefallen, als ich mehrfach mit folgender Frage konfrontiert wurde:

  • Wieviele Inhalationen kann man mit einer Tankfüllung machen?

Ich wusste die Antwort ja nicht genau und genau darum haben wir den Test gemacht.

Er zeigt, dass 10 ml ca. 6,25 Zigarettenschachteln entsprechen; das sind € 4,95 anstatt von 6,25 x € 4,90 (€ 30,93). Der Test wurde mit der InSmoke Force (eine eGo-T-kompatible e-Zigarette) durchgeführt.

Youtube-Video: der Test

Video zum Test

Stefans „wissenschaftliche Forschung“ ist in diesem Youtube-Video festgehalten. Das ist nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam und außerdem ein gutes Lachmuskeltraining. Sehr empfehlenswert!

ezt

Stefan, Deine Versuchsanordnung ergibt 6,25 Schachteln Zigaretten für 10 ml e-Liquid. Wie kommt diese Zahl zustande?

Stefan

Wir haben natürlich zuerst eine Pyro (normale Zigarette) getestet. Dabei sind wir auf 20 Züge pro Zigarette gekommen.

ezt

Ist das nicht etwas viel? Normalerweise geht man von maximal 12 Zügen pro Zigarette aus.

Stefan

Das gibt unser Experiment als Ergebnis. Nur so können wir in unserem Test die beiden (Zigarette und e-Zigarette) vergleichen.

Schauen wir uns das mal an:

Zigarette 20 Züge
Schachtel 20 Zigaretten
e-Zigarette
1 Füllung 0,60 ml 150 Züge
1 Fläschchen
e-Liquid
10,00 ml
entspricht 16,67 Füllungen 2.500 Züge
entspricht 125 Zigaretten
entspricht 6,25 Schachteln

Wenn Du mit 7 - 12 Zügen rechnest und mit 19 Zigaretten pro Schachtel, dann sieht das Ergebnis noch besser aus, nämlich knapp 11 Schachteln pro 10 ml e-Liquid.

Aber 6.25 ist schon eher die Spitze. In der Realität hat man ja immer etwas "Verlust", wenn man z.B. den Verdampfer ausbläst oder die Cartridge rausnimmt, um den Füllstand zu prüfen.

ezt

Das heißt, diese 6 Schachteln pro 10 ml sind die Menge, die wenigstens zu erwarten ist?

Stefan

In Bezug auf ein Tank-Verdampfersystem ist dieser Wert sicher realistisch. Dennoch gelten 6 Schachteln pro 10ml Liquid nicht als genereller Richtwert.

Weitere Faktoren wie die Batterieausgangsspannung und der Verdampfer-Widerstand haben immensen Einfluss auf den Liquidverbrauch.

Das Setup für den Test

Kennzahlen:
Zugdauer: 3 Sekunden
Zugdruck: 0.3 Bar

Wir haben geschaut, wie lange man an einer normalen Zigarette zieht und diesen Wert mit der Zugdauer einer e-Zigarette verglichen. 3 Sekunden ist ein Mittelwert zwischen Pyro und e-Zigarette.

Viele Dampfer kennen das Problem: Wenn man zu fest an der e-Zigarette zieht, dann bekommt man Liquid in den Mund. Dies ist zwar nicht schädlich, aber sehr unangenehm. Vor allem wenn man Nikotinliquids dampft. Wir haben den Zugdruck also so justiert, dass die Dampfmaschine kein Liquid ansaugt, sondern nur Dampf ansaugt.

Testkomponenten

Komponenten des Tests

Dieses Bild zeigt alle Komponenten der Versuchsanordnung. Da finden wir Platinen, Pumpen, Ventile, Schläuche und natürlich die Schalttafel.

Regulierventil

Der linke, orangefarbene Schlauch schafft die Verbindung zum Kompressor. Mit dem Ventil wird der Druck reguliert, mit dem der Dampf den Glaskolben verlässt.

elektronisches Schaltventil

  • wenn an der E-Zig gezogen wird (3 Sekunden), dann ist der Luftdurchfluss vertikal.
  • wenn nicht gezogen wird, dann bläst es den Dampf in der Glaskolben mit dem Kompressor raus.

Das Ventil wird von der Hauptplatine angesteuert und läuft mit der Vakuum- Pumpe und dem Bolzen synchron.

Bolzen

Der Bolzen wird ebenfalls per Hauptplatine angesteuert. Es wird also im 3-Sekunden Rhythmus gedrückt um den Verdampfer zu aktivieren.

Hauptplatine

Programmiert mit C++

Es ist ein fester Rhythmus von 3 Sekunden einprogrammiert. Es wird also immer 3 Sekunden gezogen und 3 Sekunden Pause gemacht.

  • Status 1:
    Bolzen wird gedrückt
    Vakuum Pumpe wird eingeschaltet
    Schaltventil wird vertikal geschaltet
  • Status 2:
    Bolzen wird nicht gedrückt
    Vakuum Pumpe ausgeschaltet
    Schaltventil wird geschalten, dass der Kompressordruck den Dampf in der Glaskolben rausblasen kann.

Dampf-Visualisierung

Wenn gezogen wird, sammelt sich der Dampf in der Kuppel. Der Dampf kann während des Ziehens nicht entweichen, da es oben auf der Kuppel ein Ventil gibt, das sich nur bei Überdruck, nicht aber bei Unterdruck, öffnet.

Klapprechner

Der Laptop ist nicht an die Hauptplatine angeschlossen. Als Stefan die Messung begonnen hat, musste er die Messung auf dem Klapprechner von Hand starten.

Unterdruckpumpe

Die Pumpe wird per Hauptplatine gesteuert und zieht durch die Glaskolben an der e-Zigarette mit ca. 0.3 Bar. Der Filter schützt die Maschine vor Feuchtigkeit.

Kompressor

Handelsüblicher Kompressor

Schalttafel

Die hat jetzt latürnisch weniger was mit einer gedruckten Microplatine zu tun, aber seit Daniel Düsentrieb ist bekannt: „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör!“ ;)